Paul Tillich
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Modul 11

Tillich und der Deutsche Idealismus

Schelling, Fichte, Hegel — philosophische Wurzeln von Tillichs Theologie

Diese Fassung stammt aus dem Archiv und ist redaktionell noch nicht geprüft.

Bearbeitungsdauer

180 - 240 Minuten

Material

Audio + Text

Übersicht

Das Modul bietet eine Einführung in den Einfluss des Deutschen Idealismus auf die Theologie Paul Tillichs.

Kompetenzen

  • Die Bearbeitenden können den Deutschen Idealismus zeitlich und sachlich einordnen und die Positionen Schellings, Fichtes und Hegels in Grundzügen unterscheiden.
  • Sie können erklären, warum Schelling für Tillich die wichtigste philosophische Bezugsgröße war — Tillich hat über ihn zweimal promoviert — und welche Denkfiguren daraus in seine Theologie eingegangen sind.
  • Sie können anhand des Vortrags von Christian Danz beschreiben, welche Rolle die Philosophie für Tillichs Entwurf einer Systematischen Theologie spielt, und diesen Zusammenhang kritisch befragen.

Lernteil

Originalaufnahme · Audio

Christian Danz: Deutscher Idealismus und Theologie

6:04 · Tonspur der Videoaufzeichnung, 2018

0:006:04

Paul Tillich war Theologe, aber er kam von der Philosophie her. Als Rahmen des Deutschen Idealismus gelten üblicherweise die Jahre zwischen Kants „Kritik der reinen Vernunft“ (1781) und Hegels Tod (1831) — ein knappes halbes Jahrhundert, in dem Fichte, Schelling und Hegel die Frage bearbeiteten, wie sich Denken und Sein, Endliches und Unendliches, Freiheit und Notwendigkeit zueinander verhalten. Tillich hat diese Frage nicht historisch studiert und dann beiseitegelegt. Sie ist in seine Theologie eingegangen.

Am deutlichsten zeigt sich das bei Schelling. Tillich hat über ihn zweimal promoviert: 1910 in Breslau eine philosophische Dissertation, 1912 in Halle eine theologische Lizentiatenarbeit — beide über die Religionsgeschichtsphilosophie Schellings. Dass jemand denselben Autor zweimal, einmal als Philosoph und einmal als Theologe, bearbeitet, ist mehr als Fleiß. Es ist bereits das Programm: An Schelling ließ sich zeigen, dass die Grenze zwischen beiden Fächern keine Mauer ist. Fichtes Denken der Freiheit und Hegels Begriff der Vermittlung kommen hinzu, aber Schelling bleibt der Ort, an dem Tillich seine eigenen Grundbegriffe gefunden hat.

Man erkennt das Erbe an der Sprache. Wenn Tillich vom „Unbedingten“ spricht, vom „Grund des Seins“, von der Korrelation zwischen Frage und Antwort, dann arbeitet er mit Denkfiguren, die aus dieser Tradition stammen — auch dort, wo er sie theologisch umformt und gegen ihre Herkunft wendet. Ohne diesen Hintergrund liest man Tillich leicht falsch: Man hält für fromme Metaphorik, was der Sache nach philosophische Arbeit ist.

Christian Danz, einer der Herausgeber der Tillich-Forschung im deutschsprachigen Raum, geht dem in einem Kurzvortrag nach: „Paul Tillichs Denken im Licht des Deutschen Idealismus“. Er fragt darin nach der Rolle, die die Philosophie für Tillichs Entwurf einer Systematischen Theologie spielt. Die Aufnahme liegt auch im Archiv unter „Vorträge aus der Tillich-Forschung“.

Aufgaben – Hinweis

Hier finden Sie Aufgaben zur Vertiefung sowie Bearbeitungshinweise.

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Herkunft

Erstellt von

Christian Danz

Stand

Fassung 2018.

Rechte

paultillich.de / NeoLecture